Pfarrkirche Anger

Patrozinium Hl. Andreas

Die Pfarrkirche St. Andreas in Anger wurde in den Jahren 1708 bis 1711 von Baumeister Lorenz Stattaler aus St. Ruprecht an der Raab erbaut. Es handelt sich dabei um eine vierjochige Wandpfeilerkirche mit Seitenkapellen und darüber umlaufenden Emporen, abgeschlossen durch eine mächtige Chorapsis. Der Glockenturm allerdings ist noch mittelalterlichen Ursprungs und wurde 1764 mit einer mächtigen Turmkuppel abgeschlossen. Dieser älteste Teil der Kirche wurde um 1161 als romanische Chorturmkirche errichtet und im 14. Jahrhundert mit Fresken geschmückt.

Im Glockenturm befinden sich fünf Glocken, darunter die größte und älteste aus dem Jahr 1713, gegossen von Florentin Streckfuß in Graz, sodann folgen drei Stahlglocken aus dem Jahr 1922, gegossen bei Böhler in Kapfenberg, und schließlich noch eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1936, ein Werk der Grazer Gusshütte Szabo.

Der mittelalterliche Teil der Kirche überliefert die spätmittelalterliche religiöse Bilderwelt in besonderer Weise. An der Ostseite (ehemals Hochaltar) befindet sich das Weltgerichtsfresko, südlich die Kreuzigung Christi und Apostelbilder, westseitig die Marienkrönung, darunter Maria Verkündigung und in den Mauerbögen die Kreuzigung des Andreas und den Sturz des bekehrten Paulus sowie an der Nordseite das Himmlische Jerusalem mit dem „Lebenden Kreuz“ und das Sakramentshäuschen. Am Eingang zu diesem ältesten Kirchenraum befindet sich das gemalte Epitaph für den Marktrichter und Schuhmachermeister Lorenz Gigler, dessen Sohn Stadtpfarrer in Graz war und dieses Grabmal 1553 von Cyperus Pämbstl hat malen lassen. Es zeigt unter der markanten Statue des auferstandenen Christus, umgeben von Engelsfiguren und den überraschten Personen am leeren Grab, die gesamte Familie des Verstorbenen mit insgesamt drei Frauen und 24 Kindern.

Dieses Epitaph ist ein wichtiges Denkmal des Selbstverständnisses der Marktbürger von Anger aus dem 16. Jahrhundert. Dieses Selbstbewusstsein setzte sich in der barocken Einrichtung der Seitenkapellen fort, wo die wichtigsten Berufszweige der Marktbürger von Anger ihre gestifteten Altäre errichten ließen.
Der Hochaltar der Pfarrkirche wurde 1738 geschaffen, das große Altarbild mit dem Titelheiligen Andreas folgte 1770 und ist ein Werk des Johann Adam von Mölck.

Die Kanzel, ein Werk des Joseph Schokotnig aus 1740 mit den alttestamentarischen Figuren Moses und Aaron vor der hl. Dreifaltigkeit, korrespondiert mit der gegenüberstehenden Statue des hl. Johann Nepomuk. Nun folgen die Seitenaltäre, links der Marienaltar, rechts der Engelaltar mit dem Michaelsbild, dem darüber schwebenden Schutzengel. Es folgen an der Wand die Figuren der hl. Karl Borromäus und Leonhard sowie weiter hinten Lucia und Anton sowie Ottilie und Franz von Assisi. Der hintere linke Seitenaltar ist dem hl. Erhard geweiht. Das Altarbild wird von den Statuen der hl. Katharina und Barbara flankiert, darüber befindet sich das Bildnis Maria Heimsuchung. Gegenüber befindet sich der Severinsaltar, darüber das Dreifaltigkeitsbild, umgeben von den Statuen Nikolaus und Florian.

Neben den großen Apostelbildern auf den Emporen ist vor allem das prächtige Orgelgehäuse besonders zu erwähnen. Es wurde gegen 1740 vom Grazer Orgelbauer Caspar Mitterreither geschaffen. Die heutige Orgel ist ein Werk von Orgelbauer Georg Jann aus dem Jahr 1983.

Pfarre Anger

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