Pfarrkirche St.Johann bei Herberstein

Patrozinium Hl. Johannes der Täufer

An einer Stelle mit reichen provinzialrömischen Funden, dort wo die Feistritz das oststeirische Bergland endgültig hinter sich lässt, wurde noch im 11. Jahrhundert die Burg der oststeirischen Feistritzer errichtet. Nach deren Abzug entstand gegen 1150 eine größere romanische Kirche, die 1170 erstmals in Urkunden genannt wird. Von diesem Gebäude haben sich einige Quadermauerteile mit eingefügten Römersteinen erhalten. Die Pfarre mit ausgedehntem Zehentbezirk zwischen Ilz und Feistritz gelangte 1245 in den Besitz des Erzbistums Salzburg und 1260 zum Deutschen Ritterorden. Seit 1384 Grablege der Familie Herberstein, kam es 1652 zur Erwerbung durch diese Familie und zur Stiftung eines Augustiner-Barfüßerklosters, das 1820 aufgehoben wurde. Im Klostergebäude befindet sich seit 1982 das Haus der Frauen, eine Bildungs- und Erholungsstätte der katholischen Kirche Steiermark.
Im Glockenturm der Kirche befinden sich vier Glocken, drei Stahlglocken aus der Gusshütte Böhler aus 1923 und eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1599, gegossen von Thomas Auer in Graz.

Die 1655 auf den mittelalterlichen Mauern neu erbaute frühbarocke Kirche ist zugleich der älteste barocke Kirchenbau der Nordoststeiermark. Nach Plänen von Anton Solar, dem Erbauer des Grazer Landeszeughauses, entstand ein nüchtern-streng anmutender Klosterbau mit starker architektonischer Betonung des Altarraums. Das Hochaltarbild zeigt die Taufe Jesu durch Johannes, allerdings im mittleren Feistritztal mit Schloss Herberstein im Hintergrund. Links davon treten die Protagonisten der Taufszene, Jesus und Johannes mit ihren Müttern, nochmals in einer verspielten Kindheitsszene auf, wobei die Figur der Maria in vornehm höfischer Tracht zugleich das älteste Dokument für die Bekleidungsgeschichte dieser Region darstellt. Der imposante Hochaltaraufbau von 1735 stammt von Marx Schokotnig, der künstlerische Höhepunkt dieser Kirche ist aber der Boulle-Tabernakel von 1714, geschaffen vom Hofkünstler Johann Heinrich Purkart aus Zürich, eine Stiftung der Grafen von Herberstein.
Neben den Seitenaltären sind noch die Altäre der Seitenkapelle besonders zu erwähnen. Der Rosenkranzaltar besitzt ein großes Gemälde des Pöllauer Stiftsmalers Mathias von Görz aus 1726, der Kreuzaltar ein nicht minder beeindruckendes Bild unbekannter Herkunft. Die Statuen stammen von Joseph Schokotnig, wobei die Figur des leidenden Sebastian in seiner gekonnten Physiognomie ein Hauptwerk der Zeit um 1730 darstellt. Seit 1660 befinden sich hier auch die Reliquien der frühchristlichen Märtyrer Lucius und Faustus in reichhaltig ausgestatteten Glasschreinen.

 

Pfarre St. Johann bei Herberstein
Pfarramt Pischelsdorf
8212 Pischelsdorf am Kulm 25
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