Wasserqualität im Stubenbergsee

Heute vergessen viele, dass der Stubenbergsee kein natürlicher See ist, sondern vor knapp 50 Jahren künstlich angelegt wurde.

Dort, wo heute 40 ha Wasserfläche zum Schwimmen, segeln und plantschen einladen, waren feuchte Wiesen, die immer wieder vom heutigen Zufluss, der Feistritz, überschwemmt worden sind.

Drei Jahre wurde gebaggert, dann war 1971 der See fertig. Allerdings begann damit eine lange Geschichte, wie die große, mit 3 bis 4 Metern verhältnismäßig seichte Wasserfläche sauber gehalten werden konnte. Immer wieder kamen Algen, wuchsen Seegräser, die beim Schwimmen störten.

Erst vor rund 20 Jahren konnte mit der „Phosphat-Eliminierungsanlage“ eine hervorragende Wasserqualität erzielt werden: aus dem Zufluss werden die Nährstoffe entfernt, Algen und Seegras haben keine Nahrungsquelle und wachsen im Stubenbergsee nicht.

Zusätzlich konnte im letzten Jahr eine „Tiefenwasser-Belüftung“ installiert werden.
Sie hat die Aufgabe, an den tiefsten Stellen des Sees das Wasser an die Oberfläche zu befördern und so die nährstoffarmen Schichten mit Sauerstoff zu versorgen.
Damit ist gewährleistet, dass das Seewasser auch dem Klimawandel mit höheren Wassertemperaturen in hervorragender Qualität standhält.


Es geschah vor fast 50 Jahren….

Viele, die den Stubenbergsee das erste Mal sehen, glauben, das Gewässer sei immer schon da gewesen. Und es ist wirklich erstaunlich, wie schön es sich in die Landschaft einfügt, obwohl er ein „künstlich angelegter See“ ist. Vor knapp 50 Jahren, im Juli 1971 wurde er feierlich eröffnet.

Dem Feiern gingen aber jahrelange Bauarbeiten und noch längere Planungsarbeiten voran. Denn schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten fortschrittliche Stubenberger, allen voran Johann Otto Herberstein und Hans Karl Flaggl die Idee, aus den sumpfigen Wiesen, die die Feistritz immer wieder unter Wasser gesetzt hatte, einen Badesee zu machen. Sie konnten den zuständigen Landesrat Franz Wegart davon überzeugen, dass statt eines Hochwasser-Rückhaltebecken der größte Badesee des Landes angelegt werden könnte. Wegart trieb vom Landeshauptmann Josef Krainer einige Millionen auf und die Planungen konnten beginnen. Von Herberstein wurde ein Großteil des benötigten Grundes zur Verfügung gestellt, die restliche Fläche musste in mühsamen Verhandlungen von den umliegenden Bauern gekauft werden. Erst dann konnten die Bagger auffahren und schoben und gruben jahrelang. Bis der See eigentlich noch nicht tief genug war, aber das Geld verbraucht. Dann wurden einige behelfsmäßige Kassen, Toiletten und was sonst noch nötig war, errichtet und der See war eröffnet. Und eine Sensation. Zeitungen im In- und Ausland brachten Berichte und Gäste, Gäste, Gäste. Der Stau der zufahrenden Autos reichte bis in die Stubenbergklamm, die Badenden lagen wie die Sardinen an den Strandbädern. Erst Jahre später konnte der Rundweg mit dem Südufer geschlossen werden, die Kassen, Kioske und Kabinen wurden neu errichtet und der See erhielt die Infrastruktur, die wir heute kennen. Was bei einem See mit dieser Größenordnung – immerhin stehen 40 ha unter Wasser – fehlte, war ein Schiff. So wurde vor 20 Jahren in der Werft Korneuburg ein elektrisch betriebenes Doppelrumpfboot in Auftrag gegeben. Es fasst 60 Personen und fährt vom Mai bis Oktober auch heute noch seine Runden am Stubenbergsee. Der immer noch das größte, ausschließlich als Badesee angelegte Gewässer Österreichs ist.